

Wenn wir an eine Partnerschaft denken, entstehen oft Bilder von Liebe, Nähe und gemeinsamen Erlebnissen. Weniger häufig denken wir daran, dass eine Partnerschaft auch eine Form von Zusammenarbeit ist. Stellen Sie sich vor, Ihre Beziehung wäre ein Unternehmen mit zwei Geschäftsführer:innen. Beide tragen Verantwortung für den gemeinsamen Betrieb. Beide bringen Ideen, Stärken und unterschiedliche Arbeitsweisen mit. Und beide könnten das Unternehmen jederzeit verlassen. Eine Kündigungsfrist gibt es nicht. In Unternehmen gehören regelmäßige Besprechungen, Zielvereinbarungen oder Strategietreffen selbstverständlich dazu. Niemand würde erwarten, dass zwei Menschen ein gemeinsames Projekt dauerhaft erfolgreich gestalten, ohne sich zwischendurch darüber auszutauschen, wie die Zusammenarbeit gelingt. In Beziehungen vertrauen wir darauf, dass die Liebe vieles trägt und sich das gemeinsame Leben irgendwie fügt. Dabei geraten Aspekte, die unsere gemeinsame Kultur prägen, manchmal in den Hintergrund: die Art, wie wir miteinander sprechen, wie Konflikte gelöst werden und wofür als Paar Raum geschaffen wird. Es lohnt sich, innezuhalten und sich zu fragen: Nehmen wir uns noch Zeit für Gespräche über uns? Treffen wir Entscheidungen so, dass beide sich gesehen fühlen? Fühlt sich die Verteilung von Aufgaben und Verantwortung für uns beide passend an? Was gelingt uns als Team richtig gut? Sind wir noch auf dem Weg, den wir gemeinsam gehen möchten? Vielleicht ist es Zeit, in den nächsten Tagen einmal ein kleines Meeting einzuberufen – nicht, weil etwas schiefläuft, sondern weil jede Beziehung Aufmerksamkeit braucht.